Die Stimme Kroatiens

10:29 / 16.06.2021.

Autor: Antunela Rajič

Ausstellung über den kroatischen Frühling

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Foto: Davor Puklavec / PIXSELL

50 Jahre sind seit dem kroatischen Frühling vergangen, einer nationalen, kulturellen und politischen Bewegung, die auf der Suche nach Reformen, Dezentralisierung und grösseren Freiheiten im ehemaligen Jugoslawien auf die zukünftige Unabhängigkeit Kroatiens hinwies.

Aus diesem Anlass wurde im Studentenzentrum in Zagreb eine Ausstellung über dem kroatischen Frühling eröffnet. Die Ausstellung ist bis 15. September geöffnet.


Der kroatische Frühling entstand als Streben der damaligen sozialistischen Republik Kroatien, der damals reformierten kroatischen Kommunisten unter der Führung von Miko Tripal und Savka Dabčević-Kučar, Studenten und Mitgliedern von Matica hrvatska nach einer besseren wirtschaftlichen und politischen Position. Es kam zu grossen Studentenproteste, die von dem kroatischen Volk unterstützt worden sind. Der Moment, als das jugoslawische Regime ernsthaft schwankte, als es für das kommunistische Jugoslawien und für Tito gefährlich wurde, wurden die Proteste erstickt. Mit dem tragischen Ergebnis für kroatische Intellektuelle. Zweitausend kroatische Staatsbürger wurden festgenommen, fünftausend Führungskräfte von Staatsunternehmen wurden entlassen, viele erhielten nationalistische Etiketten und jahrelange Gefängnisstrafen.


Ein prominenter Teilnehmer des kroatischen Frühlings Dražen Budiša, kommentierte seine Haftzeit und bezeugte, dass es damals viele unvorhersehbare Umstände sowohl für ihn als auch für die Menschen, die in den damaligen kommunistischen Gefängnissen arbeiteten, gab. Er wies jedoch darauf hin, dass die Jahre nach der Verbüssung der Haftstrafe ohne Bürgerrechte und Reisepass noch schwieriger waren.


Der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković glaubt, dass 50 Jahre nach den schicksalhaften Ereignissen ein guter Zeitpunkt ist diese zu betrachten, sie neu zu bewerten und ihre Bedeutung in der kroatischen politischen Geschichte zu bewerten. Er wies darauf hin, dass die Richtlinien der Regierung darin bestehen, die kroatische Geschichte durch die Förderung von Institutionen, Sammlungen, Ausstellungen und Museen sowie durch die Förderung des kulturellen Erbes allen zugänglich zu machen.

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