Vor 35 Jahren, am 2. November 1991, wurde die Verteidigung des Vukovarer Stadtteils Lužac durchbrochen. Während des Angriffs und der anschließenden Besetzung wurden 69 kroatische Verteidiger und Zivilisten getötet. Bis heute wurde niemand für die Verbrechen zur Verantwortung gezogen.
Am 2. November 1991 nahmen Einheiten der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) und serbische paramilitärische Verbände den Stadtteil Lužac ein und erreichten die Donau. Dadurch wurde die Verbindung zwischen Vukovar und Borovo Naselje unterbrochen und die Stadt in zwei Teile geteilt. Der Fall von Lužac markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Schlacht um Vukovar und leitete die letzte Phase der Verteidigung der Stadt ein.
Angehörige warten weiterhin auf Gerechtigkeit
Zu den Hinterbliebenen gehört Melita Antolović, die damals ihren Ehemann Ilija, einen kroatischen Verteidiger, sowie dessen Eltern Delfa und Jozo Antolović verlor. Auch 35 Jahre später sei der Schmerz nicht geringer geworden, erklärte sie bei der Gedenkveranstaltung.
Die Verantwortlichen für die Verbrechen an kroatischen Soldaten und Zivilisten wurden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen. Vukovar fordert die Öffnung serbischer Archive
Vukovars Bürgermeister Marijan Pavliček betonte, dass die Stadt weiterhin auf die Aufklärung der Verbrechen und das Schicksal vermisster Personen dränge.
Von einer künftigen serbischen Regierung erwarte man insbesondere die Öffnung der Archive, die zur Aufklärung des Verbleibs Vermisster beitragen könnten. Auch die Frage der Kriegsentschädigungen für ehemalige Insassen serbischer Gefangenenlager müsse geklärt werden.
Vukovar habe als Stadt, die besonders schwer unter dem Krieg gelitten habe, ein Recht auf Wahrheit und Gerechtigkeit, erklärte Pavliček. Der Umgang mit diesen Fragen werde auch für die künftigen Beziehungen zwischen Kroatien und Serbien entscheidend sein.
35 Jahre nach dem Fall von Lužac bleibt die Aufarbeitung der damaligen Kriegsverbrechen weiterhin ungelöst.