Die Stimme Kroatiens

19:51 / 06.10.2021.

Autor: Tonči Petrić

Westbalkan-Gipfel der EU in Slowenien

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Foto: Illustration / Shutterstock

Im slowenischen Brdo bei Kranj hat am Mittwoch der EU-Westbalkan-Gipfel stattgefunden, der im Rahmen der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft organisiert wurde. Der Gipfel wurde überschattet von Protesten und Impfgegnern in der Innenstadt von Ljubljana. Für Slowenien ist dies der größte politische ausgetragen Gipfel in der Geschichte des Landes.

Auf dem Gipfel sind die Führungsspitzen der EU-Mitgliedstaaten und der sechs Partnerländer im Westbalkan (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Republik Nordmazedonien und Kosovo) zusammenkommen. 


Die Staats- und Regierungschefs der EU haben wiederholt bestätigt, dass der Platz der sechs West-Balkan Staaten in der EU liege und dass sie die Frustration und die schwierigen Beitrittsverhandlungen dieser Länder verstehen, doch gleichzeitig haben sie sich auf keine zeitlichen Rahmen für eine Aufnahme in den politischen Block verständigt. Es wurde über ein größeres Engagement der EU für eine wirtschaftliche Entwicklung und eine nachhaltige Entwicklung der Region gesprochen.


"Die Europäische Union bekräftigt ihre uneingeschränkte Unterstützung für die europäische Perspektive des Westbalkans“, heißt es in einer angenommenen Deklaration. Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: "Die Botschaft der EU-Kommission ist sehr deutlich. Der Westbalkan ist ein Teil desselben Europa wie der europäischen Union. Wir teilen die gleiche Geschichte und die gleichen Werte und die gleichen Interessen und ich bin tief davon überzeugt auch dasselbe Schicksal. Die EU ist nicht vollständig ohne den Westbalkan, deshalb wird die EU-Kommission bestrebt sein, den Erweiterungsprozess und die regionale EU-Integration fortzusetzen. Wir wollen den Westbalkan in der Europäischen Union. Es besteht kein Zweifel, dass unser Ziel die Erweiterung ist.


Premierminister Andrej Plenković ist von der angenommenen Deklaration positiv überzeugt:


"Es wurde eine Deklaration angenommen, genauso wie sie von unseren Mitarbeitern vorbereitet wurde. Es ist wichtig, dass die EU den Erweiterungsprozess immer noch besonders bekräftigt. Die europäische Perspektive alle Staaten der Region wurde ausdrücklich betont, ich denke jeder weiß, dass Zusammenkünfte solcher Art auf aller höchsten Ebenen wichtig sind um die internationalen Beziehungen zu dynamisieren, von Beitrittsverhandlungen, von der Öffnung oder Schließung der Kapitel, abhängig davon, um welche Länder es sich handelt", erklärte Plenković. 


Beziehungen zwischen Kroatien und Serbien


Auf dem Gipfel wurden auch bilaterale Sitzungen getätigt. So sprachen Premierminister Plenković und der serbische Präsident Aleksander Vučić miteinander, um ungeklärte bilaterale Fragen zu erörtern.


"Ich habe mit ihm gesprochen und gesagt, dass wir das Problem der serbischen Grundschullehrbücher lösen müssen, in denen die Existenz der kroatischen Sprache praktisch negiert wird, dass dies ausgebessert werden muss und dies nicht gut ist. Er sagte, er sei sich des Problems bewusst und werde sehen, was er tun kann. Das zweite Thema, was wir angesprochen haben, war die Frage der Vermissten aus dem Krieg der 90er Jahre“, sagte Plenković. 

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