Das Projekt einer neuen Brücke über die Save zwischen Orašje in Bosnien und Herzegowina und Županja in Kroatien nimmt konkretere Formen an. Bei einem Treffen in Orašje wurden drei mögliche Varianten für die Trassenführung und den Standort der neuen Brücke vorgestellt.
Im Mittelpunkt des Treffens von Vertretern Kroatiens und Bosnien und Herzegowinas stand eine von der kroatischen Straßenbaugesellschaft Hrvatske ceste erstellte Variantenstudie zur Verlegung der kroatischen Staatsstraße DC55 und zum möglichen Standort der neuen Save-Brücke.
Innerhalb eines Monats soll nun ein Treffen auf technischer Ebene stattfinden, bei dem sich die zuständigen Institutionen auf eine der drei vorgeschlagenen Varianten verständigen sollen. Die föderale Verkehrs- und Kommunikationsministerin Andrijana Katić erklärte, damit gehe das Projekt von der bisherigen Planungsphase in konkretere Vorbereitungen über.
Entlastung der bestehenden Verkehrsverbindung
An dem Treffen nahmen unter anderem der kroatische Verkehrsminister Oleg Butković, der Vorsitzende des Hauses der Völker der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien und Herzegowina, Dragan Čović, sowie der Regierungschef der Gespanschaft Posavina, Đuro Topić, teil.
Topić verwies auf die Bedeutung einer besseren Verkehrsanbindung für die Region Posavina. Insbesondere das steigende Verkehrsaufkommen auf der bestehenden Brücke und die Belastung der Grenzübergänge machten eine neue Verbindung notwendig.
Nach der Auswahl der bevorzugten Variante sollen die weiteren Planungsschritte folgen. Verkehrsminister Butković kündigte an, dass Hrvatske ceste im Laufe des Jahres 2027 mit der Ausarbeitung eines Vorentwurfs und einer Umweltverträglichkeitsstudie beginnen soll. Anschließend sollen die Standortgenehmigung eingeholt und das Hauptprojekt ausgearbeitet werden.
Verbindung mit künftiger Autobahn Orašje–Tuzla
Auf bosnisch-herzegowinischer Seite steht das Brückenprojekt auch in Verbindung mit der geplanten Autobahn Orašje–Tuzla. Für den Abschnitt Orašje–Brčko laufen bereits Vorbereitungen für das Hauptprojekt. Die neue Brücke soll damit langfristig an eine wichtige Verkehrsachse ins Landesinnere von Bosnien und Herzegowina angebunden werden.
Bei dem Treffen wurde außerdem über weitere Investitionen in die Straßeninfrastruktur gesprochen, darunter Projekte in Orašje, Odžak und Domaljevac-Šamac.
Mit der Entscheidung über eine der drei vorgestellten Varianten soll das seit mehreren Jahren diskutierte Brückenprojekt nun eine konkretere Trasse und einen klareren Zeitplan erhalten.