Die Stimme Kroatiens

12:52 / 20.04.2021.

Autor: Tonči Petrić

Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht

Illustration (Foto: Gerd Altmann / Pixabay

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Foto: - / Pixabay

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Medienfreiheit auf der ganzen Welt dramatisch abgenommen, warnen Reporter ohne Grenzen in ihren Jahresbericht. Im aktuellen Ranking konnte sich Kroatien um drei Plätze verbessern.

Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die Pressefreiheit weltweit in Frage.

Schwindende Vertriebs- und Anzeigenerlöse nicht zuletzt infolge der Digitalisierung, aber teils auch steigende Produktionskosten zwingen Medienunternehmen in vielen Ländern zur Verkleinerung ihrer Redaktionen, begünstigen die Konzentration von Medienbesitz in wenigen Händen und leisten damit oft Interessenkonflikten Vorschub. Beispiele dafür finden sich in so unterschiedlichen Staaten wie den USA, Argentinien, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Slowenien. In anderen Ländern befördert Profitdenken eine Polarisierung und Banalisierung der Medien – und trägt damit erst recht zu schwindendem Vertrauen in ihre Arbeit bei.

Kroatien auf dem 56. Platz

Auf der neuen Rangliste, welche die Situation in den Medien in 180 Ländern bewertet, ist die Pressefreiheit bei 73 Prozent ernsthaft bedroht. Kroatien konnte der neusten Rangliste sich um drei Plätze verbessern und rangiert nun auf den 56. Platz. Kroatien liegt aber auf der Rangliste weiterhin in der Gruppe von Länder wie zum Beispiel Madagaskar, Bosnien-Herzegowina und Nigeria. In der EU sind nur Polen, Griechenland und Ungarn schlechter eingestuft worden.

Die Corona-Pandemie hat die finanzielle Krise der Medien in Kroatien vertieft. Lohnkürzungen und eine geringere Anzahl von Honorarangestellten war die Folge.

Der kroatische Journalistenverband hat die Regierung dazu aufgerufen zu intervenieren und den betroffenen Journalisten zu helfen. Es wurden einige wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen im Sommer 2020 unternommen, doch nicht alle Medien konnten davon profitieren, warnten Reporter ohne Grenzen. 

Deutschland hat sich in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit um zwei Plätze vom 13. auf den 11. Rang verbessert, da die Zahl der tätlichen Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten deutlich gesunken ist. Österreich liegt auf dem 18. und die Schweiz auf dem 10. Platz.

Globaler Indikator der Pressefreiheit: 12 Prozent schlechter seit 2013

Aus den Punktwerten aller bewerteten Länder bilden Reporter ohne Grenzen einen globalen Indikator der Pressefreiheit, der eine Bewertung der Entwicklung weltweit sowie einen Vergleich verschiedener Weltregionen erlaubt. 2020 ist er um 0,9 Prozent gesunken, was eine minimale Verbesserung der Lage der Pressefreiheit bedeutet. Für den Zeitraum seit seiner Einführung 2013 zeigt der globale Indikator der Pressefreiheit eine Verschlechterung um 12 Prozent an.

In Asien hat sich die Lage der Pressefreiheit 2020 insgesamt verschlechtert, in den übrigen Weltregionen – auf sehr unterschiedlichem Niveau – leicht und in Afrika deutlich (um 3,1 Prozent) verbessert. Am schlechtesten steht es um die Pressefreiheit im Nahen Osten und Nordafrika, gefolgt von Osteuropa und Zentralasien. Im regionalen Vergleich am besten ist die Situation in den Staaten der EU und des Balkans.

(Quelle: Reporter ohne Grenzen/HRT)

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