Die Stimme Kroatiens

20:45 / 08.05.2022.

Autor: Tonči Petrić

Plenković zu Besuch in Kiew

Premierminister Plenković und Präsident Zelenskiy

Premierminister Plenković und Präsident Zelenskiy

Foto: Vlada RH / HRT

Premierminister Andrej Plenković hat am Sonntag unangekündigt die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht. Er traf sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und anderen hochrangigen Politikern des Landes.

Premierminister Andrej Plenković sagte, er wolle am Tag des Sieges gegen den Faschismus in Europa eine symbolische Botschaft aussenden, dass Kroatien die Ukraine weiterhin auf ihrem Weg zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union unterstützen werde.


„Deshalb hat sich Kroatien für Ihren Antrag auf Mitgliedschaft eingesetzt. Wir freuen uns, dass Sie den Fragebogen zu politischen Aspekten, den die Kommission Ihnen übermittelt hat, so schnell beantwortet haben. Und wir werden bei den nächsten Debatten im Europäischen Rat bei diesem Thema an Ihrer Seite stehen," sagte Plenković.


Er drückte auch seine Solidarität mit der Ukraine im Kampf für die Freiheit und die gemeinsamen Werte aus: „Wir alle sollten weiterhin auf der Ebene der internationalen Gemeinschaft Ihre Bemühungen und Bestrebungen, sowie ihren Widerstand unterstützen, den Sie gegen die russische Aggression zeigen, für diejenigen, die nicht nur für die Freiheit der Ukraine, sondern auch für die Werte, die wir alle teilen, kämpfen."


Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte dem kroatischen Volk und seiner Regierung für die Unterstützung seit Beginn der russischen Invasion seines Landes.


„Wir hoffen, dass sich die Sanktionen auszahlen und dass Russland diesen brutalen Angriff auf unser Land, unser Volk beendet. Wir sind Kroatien aufrichtig dankbar, dass es alle bisherigen Sanktionspakete der EU gegen Russland unterstützt. Wir hoffen, bald zur Normalität zurückzukehren zu können", erklärte Zelenskiy.


Der Premier wurde von der kroatischen Botschafterin in der Ukraine, Anica Đamić, empfangen, die nach wochenlanger Unterstützung der Hilfsmaßnahmen in verschiedenen Teilen des Landes nach Kiew zurückgekehrt ist. In Kiew werde sie weiterhin die kroatische Botschaft leiten, sagte Plenković.


Plenković wurde von Außenminister Gordan Grlić Radman begleitet. Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau und die US-First-Lady Jill Biden haben am Sonntag die Ukraine besucht.


Staats- und Regierungschefs der G7


Am Sonntag wurden die russischen Angriffe in der Ukraine weiter fortgesetzt. Bei dem russischen Bombenanschlag auf eine Dorfschule in der ostukrainischen Region Luhansk wurden bis zu 60 Menschen getötet. Präsident Selenskyj sagte am Samstag, dass mehr als 300 Zivilisten aus dem Azovstal-Stahlwerk in Mariupol befreit worden sind. Die Ukraine bemüht sich nun, die verwundeten Soldaten und Sanitäter aus der Stadt zu evakuieren.


Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben am Sonntag eine Videokonferenz mit Selenskyj abgehalten, um am Tag vor Russlands Militärparade in Moskau die Solidarität und Einheit mit der Ukraine zu demonstrieren.


Russland


In Moskau laufen derweil die letzten Vorbereitungen für die Militärparade für den 09. Mai auf dem Roten Platz, die traditionell dem Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gedenkt. 10.000 Soldaten werden mit einer Demonstration militärischer Ausrüstung über den Roten Platz marschieren. Erstmals seit 2010 soll das Doomsday-Flugzeug über Moskau fliegen. Das Flugzeug würde im Falle eines Atomkriegs die Politspitze Russlands befördern.


Am Vorabend der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über den Faschismus hat Putin eine Botschaft versendet. „Wie 1945 wird der Sieg unser sein“, sagte Putin und zitierte Vergleiche zwischen den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und dem Konflikt in der Ukraine.

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