Kroatisch-ungarische Hochzeit (Foto: Tonči Petrić/Stimme Kroatiens) Kroatisch-ungarische Hochzeit (Foto: Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)

Viele meiner Leser fragen sich bestimmt, aus welchen Grund ich etwas über Ungarn schreibe, wenn ich doch nach Kroatien zurückgekehrt bin. Ich wurde von einer sehr guten Freundin zu einer Hochzeit eingeladen und konnte die kroatische Gemeinschaft in Ungarn kennen lernen.

Der Fahnenträger sein

Der Beginn der Reise fing schon relativ früh an, als ich mich mit einer Gruppe von weiteren Gästen für die Fahrt nach Dusnok, wo die Hochzeit stattfinden sollte, in Zagreb verabredet habe. Auf der Fahrt hielten wir im ungarischen Szigetvár an, um eine Pause einzulegen. Ein wunderschönes kleines Städtchen im Süden Ungarns, wo wir alle entschieden gemeinsam Kaffee trinken zu gehen - Kroatische Mentalität vollzogen in Ungarn.

Die Stadt Szigetvár (Foto: TončI Petrić/Stimme Kroatien)
Die Stadt Szigetvár (Foto: TončI Petrić/Stimme Kroatien)

In Dusnok angekommen, ging die Feierlichkeit auch gleich los. Es wurde die Trauung vollzogen und das Ja -Wort der Frau im Beisammensein der Familien und Freunden mit einem Goldring bekräftigt. Ich wurde zum Fahnenträger ernannt, und konnte die kroatische Fahne am Anfang der Hochzeitskolonne führen. Eine besondere Ehre für mich, bei der Hochzeit einer sehr guten Freundin, mit weiteren Gästen und Freunden der Familien durch einen ungarischen Ort zu fahren und die kroatische Fahne zu führen. 

Fußball verbindet

Das Schöne an dieser Hochzeit war die Tatsache, dass ich sehr viele Leute aus der kroatischen Gemeinschaft und Community in Dusnok kennen lernen konnte. Viele dieser Menschen sind ursprünglich vor Jahrhunderten von Jahren nach Ungarn ausgewandert, als die kroatische Bevölkerung zur Zeit der osmanischen Bedrohung und Belagerung Slawoniens nach Ungarn flüchten musste. Seit dieser Zeit gibt es eine kroatische Gemeinschaft in Ungarn und seit dieser Zeit leben diese Menschen die Kultur, Musik und Bräuche Kroatiens. Kein Wunder, dass sich diese Menschen noch heutzutage zu Kroaten verbunden fühlen und die kroatische Diaspora in Ungarn zu einer der ältesten Kroatien gehört.

Das Hochzeitspaar (Foto:Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)
Das Hochzeitspaar (Foto:Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)

Diese Verbundenheit zeigt sich auch in der Liebe zweier Menschen: In der Entscheidung für Igor für ein Fußballspiel aus Zagreb nach Dusnok zu fahren und dort die hübsche ungarische Übersetzerin Eszter kennen zu lernen, die für das Fußballspiel in ihrer Ortschaft engagiert wurde, um den kroatischen Sportlern die Kommunikation mit Ungarn und Schiedsrichtern zu erleichtern. Aus einer Bekanntschaft wurde mehr, aus einer Liebe eine Ehe!

Kroatisch.ungarische Hochzeit (Foto: Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)
Kroatisch-ungarische Hochzeit (Foto: Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)

Ungarische Hochzeitsbräuche

Es war eine ungarisch-kroatische Hochzeit, so dass kroatische wie auch ungarische Lieder gespielt und kroatische und ungarische Hochzeitsbräuche zelebriert wurden. Obwohl sich diese nicht sehr voneinander unterscheiden, ist ein Brauch hervorzuheben: Die Tatsache unter Kerzenlicht aller eingeladenen Personen, den Tanz des Brautpaares zu begutachten und das anschließende Kerzen auszünden des Brautpaares. Solch ein Element könnte ich mir auf meiner Hochzeit auch vorstellen, falls sich mal heiraten sollte.

Ein ungarischer Hochzeitsbrauch: Tanzen des Brautpaares unter Kernzenlicht (Foto: Tonči Petrić)
Ein ungarischer Hochzeitsbrauch: Tanzen des Brautpaares unter Kernzenlicht (Foto: Tonči Petrić)

Unterwegs im Osten Kroatiens

Am nächsten Morgen und nach einem starken Kaffee, machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Zagreb auf. Auf den Rückweg machten wir mehrere Pausen in Slawonien. Ich habe zum ersten Mal den Naturpark „Kopački rit“ besucht und zum ersten Mal ein wenig von der Stadt Osijek mitbekommen. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt in Slawonien unterwegs war, da ich normalerweise an der kroatischen Adriaküste zu finden bin.

Wäre ich in Deutschland, würde ich wahrscheinlich wegen der Entfernung nicht auf einer kroatisch-ungarischen Hochzeit sein und würde vermutlich auch nicht Slawonien gesehen haben. Ein Kennenlernen der kroatischen Gemeinde in Ungarn wäre somit auch nicht möglich gewesen. Ein Leben in Kroatien ermöglicht mir viele Dinge zu entdecken und zu sehen, die ich in Deutschland wahrscheinlich nicht sehen würde.

Die dargelegten Ansichten oder Meinungen des Autors spiegeln nicht unbedingt die Position des kroatischen Rundfunks und Fernsehens HRT wider.