Der Sommer ist da!

Nach mehreren Wochen der unerträglichen Hitze und der Wärme in der Stadt Zagreb konnte ich endlich meinen dreiwöchigen Urlaub in Anspruch nehmen und den Sommer genießen – endlich! Wie jedes Jahr entscheide ich mich nach Hause zur Insel Hvar zu fahren.

Als hätten meine Großeltern einen Anker geworfen

Viele Touristen oder Menschen reisen von Insel zu Insel, um möglich viel von Kroatien zu sehen. Ich dagegen verbleibe nur in Stari Grad und gehe ab in die Stadt Hvar. Ich plane zwar jedes Mal woanders hinzufahren und im „moving“ zu bleiben, aber irgendwie verfaule ich in meiner Ortschaft und es fällt mir schwer diese Insel über den Sommer zu verlassen. Als würde mein Anker schon lange auf dieser Insel liegen und nicht mehr loslassen wollen, wie in dem Lied des kroatischen Popsängers Mladen Grdović und einer der Hymnen der Fangemeinde des Fußball-Klubs Hajduk Split „tu su moji didove davno sidro bacali i mene vezali“, zu Deutsch: „Als hätten meine Vorfahren /Großeltern einen Anker geworfen und mich hier angelegt.“

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Volle Fähren nach Hvar (Foto: Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)

Volle Fähren

In Split angekommen, mache ich mich auf den Weg zur Fähre nach Stari Grad zur Insel Hvar. Zu meiner Überraschung stelle ich fest, wie voll die Fähre ist. Man findet im Innenbereich kein Platz, Leute liegen und sitzen auf den Gängen, um sich überhaupt bei der Hitze ausruhen zu können. Im Außenbereich das gleiche Bild: Überall besetzte Sitzflächen und die ganze Fähre voll mit Menschen. Selbst der Außenbereich der Fähren, an dem man die wunderschöne Aussicht bei der Fahr genießen kann, ist gefüllt mit Menschen und sieht aus wie ein Granatapfel. Klar es ist die Spitze der touristischen Saison, aber diese habe ich seit langen nicht mehr gesehen und festgestellt: „ Wie es scheint, boomt Kroatien als touristisches Destinationsland.“

Volle Fähre (Foto Tonči Petrić/Stimme Kroatiens)
Volle Fähre (Foto: Tonči Petrić / Stimme Kroatiens).

Kindheitserinnerungen und altbekannte Gesichter

Angekommen auf der Insel, verspüre ich das Gefühl wieder zu Hause zu sein. Der Duft der Kiefernwälder, des Rosmarins und des bekannten Hvarer Lavendels lassen bei mir wieder Kindheitserinnerung aufleben. Ich sehe altbekannte Gesichter und Freunde und freue mich meine Zeit mit ihnen verbringen zu können und mit einem Kaffee, einer Cedevita (ein bekanntes Süßkaltgetränk in Kroatien) oder ein Glas Wein auf die guten alten Zeiten und auch auf die, die noch kommen werden, anzustoßen. Der Charme von Stari Grad besteht darin, dass sich nicht viel verändert hat. Fast alles ist gleichgeblieben oder bleibt gleich. Klar, ab und zu eröffnet ein neuer Laden und die Menschen verändern sich, reifen heran und  kriegen Kinder usw., aber im Kern bleibt alles beim Alten in Stari Grad.

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Bucht von Stari Grad (Foto:Tonči-Petrić/Stimme Kroatiens)

Ich kann es kaum abwarten ins Meer zu springen und die Arbeit hinter mir zu lassen. Fakt ist der Sommer hat für mich begonnen – endlich!

Die dargelegten Ansichten oder Meinungen des Autors spiegeln nicht unbedingt die Position des kroatischen Rundfunks und Fernsehens HRT wider.

Tonči Petrić arbeitet als Journalist und Radiomoderator für das deutschsprachige Programm der Stimme Kroatiens bei dem kroatischen Rundfunk und Fernsehen HRT. Er lebt seit mehreren Monaten in Zagreb und berichtet in seinem Blog über seine Erfahrungen in Kroatien.